Lieferando.de Trier und die mysteriöse Adresse, die plötzlich nicht mehr existiert

Trotz neun erfolgreich zugestellter Bestellungen an dieselbe Firmenadresse durch Lieferando.de Trier scheiterte die zehnte Lieferung angeblich daran, dass die Adresse nicht auffindbar war. Der Text richtet sich an Lieferando-Kunden und alle, die sich für typische Probleme bei Essenslieferdiensten interessieren – von fehlerhaften Zustellungen über den Umgang mit bekannten Lieferadressen bis zu Kommunikationsproblemen zwischen Fahrer, Kunde und Kundenservice.

Manchmal braucht es offenbar neun erfolgreiche Lieferungen, um bei der zehnten festzustellen: Diese Adresse gibt es gar nicht.

Ich habe in diesem Jahr nachweislich bereits neunmal über Lieferando an unsere Firmenadresse in Trier bestellt. Immer mit demselben Ziel, derselben Adresse und – Überraschung – die Lieferungen sind angekommen.

Im September 2026 war dann offenbar Schluss mit der erfolgreichen Navigation.

Der Lieferando-Fahrer konnte unsere Adresse angeblich nicht finden. Gleichzeitig soll er mehrfach versucht haben, mich telefonisch zu erreichen. Die Konsequenz: Die Bestellung wurde nicht bei uns abgegeben, sondern ging zurück – in diesem Fall zum Bürgeramt Trier. Ich durfte anschließend auf einer Rechnung von rund 90 Euro sitzen bleiben. Gerade weil solche Fälle Fragen zu Zustellung, Erreichbarkeit und Vertrauen zwischen Fahrern und Kundenservice aufwerfen, ist der Vorfall für andere Lieferando-Nutzer relevant.

Bürgeramt und Lieferando in Trier sind keine gute Kombination

Wir sind eigentlich schwer zu übersehen

Nun könnte man argumentieren: Adressen können kompliziert sein. Gebäude können versteckt liegen. Eingänge können schwer zu finden sein.

Nur trifft das hier leider nicht wirklich zu.

Ich habe Lieferando sogar Fotos zukommen lassen, auf denen der Eingang unserer Firma und die entsprechenden, durchaus riesigen Schilder klar zu erkennen sind. Dazu kam ein Screenshot von meinem Telefon, der zeigt, dass eben nicht – wie behauptet – mehrfach angerufen wurde, sondern lediglich ein einziger Anruf stattgefunden hat. Im Bestellprozess wird der Status der Bestellung normalerweise angezeigt. Bestellungen sind dort grundsätzlich zur Lieferung oder Abholung möglich, hier ging es aber ausdrücklich um eine Lieferung.

Laut Nutzerberichten gibt es zudem auch verspätete oder nicht gelieferte Bestellungen. Geändert hat das an der Entscheidung von Lieferando Trier allerdings nichts.

Ein unbekannter Anruf ist eben nicht automatisch ein Lieferando-Essen-Anruf

Was die Sache zusätzlich interessant macht: Auf meinem iPhone ist die Standardfunktion von Apple aktiviert, die bei unbekannten Telefonnummern Anrufe zunächst abfängt bzw. nach dem Anliegen fragt. In der app würde man den Status der Lieferung normalerweise stattdessen per Live-Tracker sehen.

Der Anrufer hat dabei offenbar weder seinen Namen genannt noch auf die Mailbox gesprochen. Angezeigt wurde lediglich eine Hamburger Telefonnummer. Die Anwendung zeigt Restaurants anhand des eingegebenen standort an. Außerdem werden passende geschäfte in separaten Treffern gelistet. So erscheinen Ergebnisse in der nähe. Bezahlen kann man digital per PayPal, Kreditkarte und weiteren Methoden oder alternativ in bar.

Wenn also plötzlich eine unbekannte Nummer anruft und sich niemand zu erkennen gibt, kann man natürlich auch einfach davon ausgehen, dass es sich um einen Lieferando-Fahrer handelt.

Oder auch nicht.

Vertrauen bei Lieferando Trier offenbar nur in eine Richtung

Was mich an der Geschichte eigentlich mehr ärgert als die 90 Euro, ist der Umgang damit. Die Erfahrungen mit Lieferando können je nach Bestellung und Fall sehr unterschiedlich ausfallen.

Ich kann nachvollziehbar belegen, dass ich bereits neunmal an genau diese Adresse habe liefern lassen. Die Adresse funktioniert also. Die Lieferadresse ist nicht neu. Und auch der Eingang ist nicht irgendwo im Nirgendwo versteckt.

Trotzdem scheint die Aussage eines Fahrers offenbar mehr Gewicht zu haben als die nachweisbare Lieferhistorie und die vom Kunden zur Verfügung gestellten Fotos.

Vielleicht wäre es für Lieferando an dieser Stelle einmal interessant, darüber nachzudenken, wem man eigentlich vertrauen möchte: einem Kunden, der nachweislich regelmäßig an derselben Adresse beliefert wurde, oder einem Fahrer, der offenbar nach einmaligem Umschauen beschlossen hat, dass die Adresse nicht existiert. Entsprechende Nutzerbewertungen und weitere Informationen finden sich auch auf Plattformen wie Trustpilot oder Trusted Shops. Gerade der service wird dort oft wegen langer Wartezeiten und ineffizienter Problemlösungen kritisiert.

Denn wenn eine Lieferung neunmal funktioniert und beim zehnten Mal plötzlich die Adresse das Problem sein soll, liegt der Verdacht zumindest nahe, dass vielleicht nicht das Gebäude plötzlich verschwunden ist.

Die App von lieferando.de ist in Deutschland beliebt und im App Store im Schnitt gut bewertet. Darüber lassen sich Essen von restaurants ebenso wie Produkte aus Supermärkten bestellen. Bestellungen sind bei mehr als 40.000 Partnern möglich.

Vielleicht war einfach die Motivation, es zu finden, verschwunden.

Und so bleibt am Ende eine Rechnung über 90 Euro – für Essen, das nie angekommen ist. Der preis oder mögliche rabatte ändern daran nichts, auch wenn es über den Newsletter Gewinnspiele geben kann.

Danke für nichts, Lieferando.de

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